Big Buck Bunny
Zweiter Wurf der Blender Foundation: Nach Elephant's Dream steht mit Big Buck Bunny das zweite vornehmlich mit freier Software produziete Open Movie online. Blender ist als Animationssoftware das Produkt der Firma NaN, die nach dem Bankrott die Software für 100 Kilo Euro unter die GPL gestellt hatte. Dieses Geld wurde von der Blender Foundation aufgetrieben, die seit dem Dachorganisation der aktiven Entwicklergemeinde ist. Die Entwicklung des Films hat weitere Funktionen wie das Rendering von Fell gefördert und gibt den aktuellen Stand der Software wieder. Das Video ist amüsant und einen kurzweiligen Blick wert. Auf der Homepage ist es auch in sehr guter Qualität zum Download unter der CC Lizenz verfügbar.
Für mich ist es erfreulich auch professionelle Video- und Rendering Software unter der GPL zu finden. Vor einigen Monaten bin ich bei der Recherche nach brauchbaren Videoschnittanwendungen noch ziemlich auf die Nase gefallen, alles frei verfügbare hatte da eher den Flair von Bastelkram. Inzwischen zeigt sich mit Cinelerra da aber vielleicht auch ein gangbarer Ausweg. Vielleicht kann man das Apple anbetenden Kollegen irgendwann mal als Alternative zu Final Cut schmackhaft machen?
Diätenerhöhung
Ein schönes Beispiel für öffentlich rechtliche Inhalte, extra3 rockt mal wieder.
Rüffel des Wissenschaftsrates an die PTB für Wahlcomputer
Über Wahlcomputer hat sich dieses Blog bereits mehrfach ausgelassen: Sie lassen sich leicht manipulieren, die Transparenz für Bürger ist null, Überprüfbarkeit nicht gegeben und es fehlt an Sachverstand bei betreibenden Gemeinden.
Wahlcomputer dürfen in Deutschland eingesetzt werden, wenn die PTB eine Bauartprüfung vorgenommen und damit zum Einsatz von demokratischen Wahlen freigegeben hat. Bereits mehrfach ist jedoch Kritik am Prüf- und Freigabeverfahren der PTB laut geworden, insbesondere der CCC zeigt bei diesem Verfahren Schwachstellen auf.
Grundsätzlich ist die PTB mit diversen hoheitlichen Aufgaben betraut: Sie sind zum Beispiel für die Verbreitung der gesetzlich gültigen Zeit in Deutschland zuständig. Wer also wissen will, wie spät es "wirklich" ist, fragt ptbtime1.ptb.de. Es gibt spezielle Protokolle, die vernünftige Zeitsynchronisation im Internet ermöglichen, jeder seriöse Server nutzt das. Weiterhin zertifiziert die PTB Unternehmen für die Einhaltung von Messtoleranzen bei physikalischen Größen. Wer also etwa ein Messgerät für Spannung kauft, und der Anbieter ist vom deutschen Kalibrierdienst zertifiziert, dann kann der Käufer bestimmte Toleranzen als garantiert ansehen.
Die PTB erfüllt also wichtige messtechnische und standardisierende Aufgaben in Deutschland. Politisch war es durchaus naheliegend, das Institut auch mit der demokratiekritischen Zulassung von Wahlcomputern zu betrauen. Diese erfüllt die PTB aber mehr schlecht als recht. Die nachweislich in 1 Minute manipulierbaren Rechner der Firma Nedap sind zum Beispiel zugelassen. Die Bauart ist nämlich theoretisch sicher, praktisch aber leicht zu manipulieren.
Der Wissenschaftsrat (das wissenschaftlichpolitische Beratungsgremium, zuständig zum Beispiel für die Akkreditierung von Hochschulen) bescheinigt der PTB eine gute Qualität im Bereich der Messtechnik, moniert aber die Zuständigkeit im Bereich der Baumusterprüfung für Wahlcomputer. Dafür sei das BSI besser geeignet.
Aus technischer Sicht gibt es bisher keine Möglichkeit mit einem Computer eine sichere, anonyme und nachprüfbare Stimmaufnahme zu realisieren. Rechner sind in dieser Richtung unbrauchbar. Papier und Stift funktionieren besser, schon auf Grund der leichten Nachprüfbarkeit durch Bürger. Grunsätzlich gilt: Vertraut keinem digitalen System wenn es um kritische Sachen wie der demokratischen Wahl geht. Rechner sind, besonders in grossen Stückzahlen, einfacher zu manipulieren als Menschen.
Stellt euch vor, es ist Link und keiner klickt hin
- Das Streetgirl mit einer professionellen Sicht zur Überwachung
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- Keine Blasphemie hier
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Milchmärchen
Auf der nach oben offenen Zypries-Beckstein-Koch Skala für übelkeitserregende Widerlichkeit (Formulierung frei nach fefe) bricht Angela Merkel den Zeiger ab:
In Indien etwa nähmen inzwischen rund 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein, sagte Merkel. "Wenn die plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben und dann auch noch 100 Millionen Chinesen beginnen Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere", sagte die CDU-Chefin mit Blick auf den europäischen Agrarmarkt.
Mit anderen Worten: An steigenden Lebensmittelpreisen sind Dritte Welt Länder schuld. Das ist wohl die perverseste Verzerrung von Globalisierungsfakten denen ich seit langem begegnet bin.
Beispiel Milch: Seit 1970 bis 1997 wurde in Indien mit der Operation Flood massive Aufbauhilfe zur Erhöhung der Milchproduktion betrieben. Später hat die Welthandelsorganisation (WTO) Indien gezwungen, Einführzölle auf Milch und Milcherzeugnisse abzubauen. Die EU ist mit ihren hochsubventionierten Superkühen Exportweltmeister bei Milchprodukten. Trotz Milchquote wird ein beträchtlicher Teil der Milch weiterverarbeitet (zB. in Milchpulver), und exportiert. Durch milliardenschwere Exportsubventionen zieht die EU die Milchpreise weltweit runter. Dieser Effekt ist so stark, dass Erzeuger in Dritte Welt Ländern mit lokal produzierter Milch teurer sind als importiertes EU Milchpulver. Selbstverständlich bleiben solchen Ländern damit auch keine Möglichkeiten international am Markt zu bestehen und selbst konkurrenzfähig zu exportieren.
Im Netz gibt es reichlich Dokumente zu diesem Thema. Fazit: Wir machen mit unseren Steuergeldern international den Markt kaputt, und trotzdem geht es unseren Bauern schlecht. Germanwatch kommt 2005 zu dem Schluss:
Für die Milchbauern in der EU wäre es viel besser, die in der EU produzierte Milchmenge zu reduzieren, dafür aber einen fairen Preis für die Milch zu erhalten. So könnte auch eine sozial- und umweltgerechte Milcherzeugung wirtschaftlich tragbar sein.
Wer sich insgesamt mal mit Subventionen beschäftigen möchte, dem empfehle ich den 2. Teil der Dokumentation "Das Märchen vom gerechten Staat: Wie er uns mit Subventionen schmiert" (Achtung: Verschärfte Gefahr für schlechte Laune!). Leider habe ich nur eine youtube-Version in mehreren Teilen gefunden: [1] [2] [3] [4] [5] [6].
Getreide, Mais, Soja: Dieser Markt ist weltweit monopolistisch in der Hand weniger Unternehmen, die sich dumm und dämlich verdienen, Erzeuger quälen und knechten. Nähreres dazu in einem älteren Post.
Free as in Freedom
Da fällt mir der Witz mit Vater und Sohn im Zoo ein. Sagt der Kleine in der Arktisabteilung: "Guck mal Papa, da sind Linuxe!". Via F!XMBR:
Hintergrund: BBC hatte als Aprilscherz einen Beitrag mit fliegenden Pinguinen gebastelt.
Polens Ex-Premier gegen Online-Wahlen
Vom Prinzip her kann man die Überschrift nur befürworten. Digitale Annahme von Wählerstimmen jeglicher Art ist ein Problem. Wir wollen das nicht haben.
Polens Ex-Regierungschef Kaczynski verteufelt die Wahl per nicht papiergebundener Erhebung aber nicht etwa zurecht wegen der vielfältigen Manipulationsmöglichkeiten und der mangelnden Überprüfbarkeit, sondern:
Super Gelegenheit endlich mal wieder ein tolles Video zu velinken.
Prost.