July 29, 2009

DNS weirdness

Das war doch mal wieder eine lustige Fehlersuche. Begonnen hat alles mit unerklärbaren Zeitsprüngen bei Lasttests auf meinen apache Webserver: Wenn ich ein "siege" auf eine meiner Seiten abgefeuert habe um Performance Optimierungen zu testen, hatte ich immer mal einzelne Anfragen, die von ein paar Millisekunden Anwortzeit auf 5 Sekunden (5 seconds) plus ein paar Millisekunden hochgesprungen sind. Der Effekt war nicht deterministisch, trat manchmal bei ein paar Requests hintereinander auf, dann aber auch mal ein paar hundert Requests lang gar nicht.

Also macht Admin sich an die Fehlersuche, wie das wohl entstehen könnte. Zunächst habe ich diverse Parameter in meinem fcgi Environment durchprobiert, bis sich herausstellte, dass der Effekt auch auftritt, wenn statische Dateien abgerufen werden, fcgi damit also nix zu tun hat. Also apache zerlegen, mal ein anderes mpm modul ausprobieren ... auch kein Erfolg.

Einige google Quälereien (ohne Erfolg) später hab ich dann mal in einem siege für die zu testende Adresse eine IP-Adresse statt eines Domain Names eingetragen. Siehe da, der Delay trat nicht mehr auf.

Folglich war ich bei einem grundlegenden DNS-Problem meiner Maschine gelandet. Da ich siege immer lokal laufen lasse um Netzwerklatenzen zu vermeiden, habe ich in /etc/resolv.conf mal nach Parametern gesucht, die einen Timeout begrenzen:

options timeout:1

Erfolg: Mein Delay hat sich auf 1 Sekunde verkürzt. Stellt sich also heraus: Von den in der resolv.conf eingetragenen Nameservern antwortet mindestens einer nicht immer auf Anfragen. Die lokale Namensauflösung läuft deshalb per default nach 5 Sekunden in einen Timeout, stellt die Anfrrage erneut, erhält dann meist eine Antwort, und ist glücklich.

Fazit: Die oben genannte Option kann ich jedem Anwender als Eintrag in der resolv.conf empfehlen, wenn ein upstream Nameserver aus irgendwelchen Gründen einfach mal die Antwort verschlampt. So verkürzen sich die Wartezeiten wenigstens ;) Vielleicht würde ein lokaler Name Service Caching Daemon das Problem ebenfalls meistens unterdrücken.

Von: lolli

February 08, 2008

Abmahnung

Eine Abmahnung ist die formale Aufforderung einer Person an eine andere Person, ein bestimmtes Verhalten künftig zu unterlassen.

Die dabei anfallenden Kosten muss der Abgemahnte tragen.

Das Magazin "PlusMinus" berichtet in seiner Sendung vom 5.2.2008 über „Abzocke im Internet“. Kurz zusammengefasst: Die Betreiber einer Onlinerezeptsammlung bebildern ihre Rezepte und Zutaten, und sorgen dafür, dass sie bei der Googlebildersuche als erste gefunden werden. Internetnutzer, die diese Bilder anderweitig veröffentlichen werden wegen Urheberrechtsverletzung abgemahnt.

Die TOP4 Zitate des Artikels:

Sascha Kremer sieht das Geschäft von Knieper so: „Was er macht, ist Fotos zu gestalten, ins Internet zu stellen und alles dafür zu tun, dass diese Fotos verbreitet werden. Als Angler würde man sagen: Er legt Köder aus für die Internetnutzer und sammelt nachher die Fische ein, indem er ihnen Abmahnungen zuschickt.

So schätzt man, wurden bisher schon Hunderte von anderen Internet-Nutzern abgemahnt.

Vor Gericht haben die Betroffenen kaum eine Chance. Die meisten Richter schauen nämlich nicht danach, wie ein möglicher Irrtum zustande kam.

Kniepers weltweite Bilderverteilung bringen ihm und seinen Anwälten reichlich Geld. Hunderttausende, so schätzt man.

Als Sahnehäubchen sei hier erwähnt, daß ein Blogger wegen der Veröffentlichung eines Standbildes aus dem Filmbeitrag der ARD eine Abmahnung erhielt. Und zwar nicht von der ARD, sondern von besagtem Webseitenbetreiber.

Das Abmahnwesen ist in Deutschland längst zum Kreuz geworden. Endlich mal eine sinnvolle Herausforderung für Gesetzgeber: Er sollte da Abhilfe schaffen. Solche Perversitäten zeigen eindeutig, daß hier dringend Grenzen geschaffen werden müssen. Es ist eine Sache, wenn Urheberrecht verletzt wird, aber es ist ebenfalls ein Problem, wenn Personen aus Abmahnungen ein Geschäftsmodell entwickeln, und die dadurch erzielten Gewinne in keinem Verhältnis mehr zum Produkt stehen.

Weitere Informationen zur Abmahnung hier.

Von: corvus

February 06, 2008

Bubble 2.0

Mal wieder ein kleines Video zur Auflockerung fuer zwischendurch. Zugegeben, nicht mehr brandneu, bereits zigmal verlinkt, aber dennoch lustig und so schoen aktuell: Gerade kloppen sich google und Microsoft, da Letztere schlappe 45 Milliarden (!) US-Dollar fuer Yahoo geboten haben.

Realitaetsabgleich: In richtigem Geld sind das zur Zeit so 30 Milliarden Euronen, und das entspricht in der Groessenordnung der Landesverschuldung von Hessen (32,8 Mrd), und dem Steueraufkommen durch die  Gewerbesteuer in Deutschland fuer Bund und Laender (2005: 28 Mrd).


Von: lolli

January 29, 2008

Wahlcomputer in Hessen

Anhand der Wahl in Hessen und den dort gemachten Erfahrungen lassen sich die Argumente der Wahlcomputerbefürworter prima überprüfen. Auch zeigt sich das die notwendigen Forderungen an eine politische Wahl leider nicht eingehalten worden sind.

Wahlcomputer sind genauso zuverlässig wie Papier und Stift....

In mindestens einem Wahllokal versagte die NEDAP-Technik: Ein Wahlcomputer in Viernheim zeigte nach Inbetriebnahme um kurz vor 8 Uhr nur eine Fehlermeldung an. Eine normale Wahl war somit unmöglich. Erst nach einer Stunde war ein Ersatzcomputer im Wahllokal eingetroffen. In dieser Zeit konnten viele Wähler ihr Wahlrecht nicht ausüben.

Wahlcomputer sind einfacher zu bedienen und bauen somit Schwellen für Behinderte und Senioren ab...

Die Beobachtungen von über 50 interessierten Bürgern ergaben weiterhin, dass ein großer Teil der älteren Wähler entgegen den Behauptungen im Vorfeld der Wahl Probleme hatte, die Stimme an den Computern abzugeben. Viele waren so überfordert, dass Wahlhelfer ihnen bei der Stimmabgabe Hilfestellung geben mussten.

Nochmals erwähnen möchte ich die oben bereits angesprochenen "Wahl-Helfer", also die Leute, die den Ommis die Tasten drücken. Das ist natürlich in höchstem Maße eine Verletzung des Wahlgeheimnisses. Trotzdem wird die Quote dieser Art von "Unterstützung", durchaus auch von Insidern, auf ca. 30% aller Wähler mit Bedienungsproblemen geschätzt. Grob überschlagen sind das meiner Meinung nach also um die 5% der Wähler, die keine geheime Wahl durchführen. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen

Hier zeigt sich inwieweit ein geheime Wahl möglich ist.

Ein weiterer Aspekt, der bei Wahlcomputern betrachtet werden muss, ist die Manipulierbarkeit. Kann man sich ungefähr so vorstellen als ob auf den Wahlzetteln, bei der Wahl mit Papier und Stift, die Kreuze schon vorgedruckt sind...

Hierzu zeigt ein kleines Video, wie schnell man einen Wahlcomputer manipulieren kann:

Softwaretausch bei einem Wahlcomputer in 60 Sekunden

Unter diesem Aspekt erscheint Folgendes besonders erschreckend:

Andernorts wurden die Nedaps von Parteifunktionären im Privat-PKW angeliefert und standen die Nacht davor "aus praktischen Gründen" im Haus des Politikers.

Zwei Leute aus unserer Delegation wurden vom Hausmeister und dem anliefernden städtischen Angestellten ohne Rückfrage für Wahlhelfer gehalten und durften einen Nedap ganz allein in Empfang nehmen und sich damit über eine Viertelstunde beschäftigen, bis der erste "echte" Wahlhelfer eintraf

Auch die Aussage vom Landeswahlleiter Hannappel:

Um einen Wahl-Computer zu manipulieren, bedarf es einer Vorbereitungszeit von mindestens sechs Wochen

Das ist naiv.

Man kann mit Wahlcomputern Zeit und Geld sparen?:

In Erzhausen wurde auch wieder auf Papier gewählt. "Wir hatten die Computer wegen des Kumulierens und Panaschierens gemietet, die versprochene Zeitersparnis war aber nicht eingetreten, es ist einzig teurer geworden. Deswegen haben wir wieder zu Papier gewechselt", sagte Dieter Karl, Bürgermeister von Erzhausen, dem CCC. Die vom kommerziellen Anbieter der NEDAP-Wahlcomputer versprochene Vorteile seien gar nicht eingetreten.

Bei früheren Wahlen hatte Weiterstadt mit Computern abstimmen lassen. "Wir waren unter den ersten, die Wahlcomputer eingesetzt haben. Nach der ersten Wahl hatten wir jedoch das Gefühl, dass der Aufwand im Vorfeld zu groß war", sagte Herr Gerald Eberlein, Wahlleiter aus Weiterstadt. "Ich hatte einfach nur ein unsicheres Gefühl dabei", begründete er nun die Abkehr von den umstrittenen Computern.

Viele der vorangegangenen Äußerungen verdanken wir dem Aufruf des CCC. Dieser hatte im Rahmen der Hessenwahl dazu aufgerufen als Wahlbeobachter tätig zu werden. Auch der Magistrat der Stadt Langen hat darauf reagiert und ein Schreiben mit dem Titel „Wichtige und eilige Hinweise für den Wahlvorstand“ verfasst, in dem er anordnet:

Daher sind folgende Regelungen zwingend zu beachten:
1.Generelles Handyverbot in allen Wahllokalen für Besucher.
2.Keine Foto- oder Filaufnahmen im Wahllokal.
3.Keine Interviews bzw. Befragungen mit Besuchern im Wahllokal.
4.Keine Benutzung von Notebooks (Laptops) im Wahllokal.
5.Beachtung der Bannmeile von 10 Metern.“

Da stellt sich mir doch die Frage, wenn die Wahlcomputer so sicher sind wie behauptet wird, wozu dann so eine Mitteilung nötig ist... und auch umgesetzt wurde, wie sich besonders in dem Bericht aus Obertshausen zeigt. Besonders gerne weise ich an dieser Stelle darauf hin, das in besagtem oberen
Bezirk am 10.2.2008 ein Stichwahl stattfinden wird und schon jetzt freiwillige Wahlbeobachter gesucht werden.

Weitere Informationen zur Sicherheit und möglichen Wanipulierbarkeit der Nedap Wahlcomputer finden sich in diesem PDF des CCC.

Abschließend stellt sich mir die Frage: "Brauchen wir Wahlcomputer?" Aus den bisherigen Erfahrungen schließend kann die Antwort nur "NEIN!" sein.

Von: corvus

January 13, 2008

Enthuellt: Tagesschau besitzt Kristallkugel

Einmal erhobene Daten wollen auch genutzt werden. Der Gesetzgeber hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, wie man das bewerkstelligt, bekanntes Beispiel duerfte wohl die Kontenabfrage sein: Urspruenglich als Instrument gegen Terrorismus etabliert, mit einer passenden Zweckbindung im Gesetz versehen, wird die Kontenabfrage nun auch zur Verhinderung von Steuermissbrauch genutzt. Ganz simple Salamitaktik: Zuerst mal kleine Forderungen um einen neuen Datengeier durchzubringen, dann ein paar Monate Panikmache, und dann das Argument "Na, wir haben die Daten doch, warum sollen wir die nicht auch fuer andere Dinge nutzen duerfen?" Dann noch ein paar Schlagwoerter wie Kinderpornographie, organisierete Kriminalitaet, Rechts/Linksextremismus, Hooligans, Urheberrechtsverletzung, oder aehnliches Einfuegen und schon kann niemand mehr nein sagen. Eine aehnliche Entwicklung macht die Nutzung der Mautdaten durch. Von der Kennzeichenerfassung rede ich erstmal garnicht, Recherchen in diesem Themenkreis sind einfach zu frustrierend.

Bei der Vorratsdatenspeicherung ist es aehnlich: Das Gesetz ist seit ein paar Tagen in Kraft, die Realisierung durch die Anbieter noch fraglich, aber die Musik- und Filmindustrie schreit bereits laut nach Zugriff. Waere ja auch praktisch, nicht wahr? Einige CDU-regierte Laender sind bereits dafuer. Die Tagesschau hat einen netten Artikel dazu, leistet sich aber einen lustigen Tippfehler in der Bildunterschrift: Unsere Bundesjustizministerin Zypries ist (bisher) dagegen. Jetzt ist die SPD nicht unbedingt fuer Standhaftigkeit bekannt, gerade Frau Zypries aendert gerne mal ihre Ansichten und faellt spontan um. Sehr wahrscheinlich ist die Meldung der Tagesschau also ein Blick in die Zukunft.

Update: Die Vorhersage ist inzwischen zurueck genommen worden.

Von: lolli

January 05, 2008

Datenschutz in Deutschland verfallend

Privatssphaere und Freiheit sind untrennbar miteinander verbunden. Wer ueberwacht wird, oder sich nur ueberwacht fuehlt, wird automatisch seine Meinung weniger stark vertreten und sich auf Grund von Aengsten weniger stark Gehoer verschaffen koennen, und damit in seiner Freiheit eingeschraenkt sein. Das ist schlecht fuer unsere Gesellschafft. Wem dieser Gedankengang nicht klar ist, moege mal ein wenig google quaelen, es gibt tonnenweise Material, das dies schluessig darlegt.

Die Gruender unseres Staates haben dies mit dem Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis in Artikel 10 im Grundgesetz verankert, 1983 hat der Bundesgerichtshof das Recht auf "informationelle Selbstbestimmung" im Rahmen des Volkszaehlungsurteils konkretiesiert.

Die Organisation Privacy International beobachtet den Stand des Datenschutzes und den Schutz der Privatssphaere weltweit und veroeffentlicht jaehrlich ein Ranking. Nicht sonderlich ueberraschend sind Staaten wie Russland und China ganz vorne im Treten der Buergerrechte dabei, USA folgt nicht viel weiter hinten, Grossbritanien hat 1984 laengst uebererfuellt und hat unstrittig ebenfalls einen "guten" Platz verdient.

Deutschland konnte sich in den letzten Jahren einen Platz im Mittelfeld sichern, ist jedoch mit folgender Begruendungen massiv abgerutscht:

  • Grosser Lauschangriff
  • RFID bei der Fussballweltmeisterschaft
  • Vorratsdatenspeicherung
  • Biometrie in Paessen
  • Mautsystem auf Autobahnen
  • IMSI-Catcher (Ortung per Handy)
  • uvm.

Der komplette Bericht laesst sich hier bedauern, der Spiegel hat eine huebsche Zusammenfassung:

Während die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland nach wie vor Lob finden, sieht Privacy International diese offenbar als akut bedroht: Deutschland wird im Block "einige Datenschutzmaßnahmen, aber geschwächter Schutz" subsumiert. Unter dem Strich steht für Deutschlands Datenschutzmaßnahmen das Fazit "decaying" - "verfallend".

Von: lolli

December 22, 2007

Google war da

Diese Site ist als neue Domain total unbefleckt online gegangen.

Heute mittag habe ich mir die Muehe gemacht und schwarzbu.ch bei Suchmaschinen angemeldet. Dabei hat sich gezeigt, das nur google und msn ueberhaupt noch die Submission einer neuen Adresse ohne Entgelt zulassen (wenn ich nur die Wichtigsten betrachte). Von meiner alten Domain habe ich eine Weiterleitung auf schwarzbu.ch konfiguriert, einige der alten Inhalte uebertragen und auf versteckten Seiten eingestellt (durch die siteinterne Suche zugaenglich).

Jede Menge Suchmaschinen wie yahoo, altavista, excite und co. benoetigen einen teilweise sogar kostenpflichtigen Login zum Eintragen neuer Sites. Weder die Sache mit dem Account, noch das mit der Bezahlung passt mir dabei. Wahrscheinlich denken so auch noch ein paar andere Sitebetreiber. Kein Wunder also, das kein Schwein die haben will und alle google nutzen. Ich bin nicht total SEO geil, wie andere Teile des Internets. Wenn die Inhalte stimmen, und dadurch auch der ein- oder andere Link von anderen Sites im gleichen Themenfeld kommt, ergibt sich ein guter Page Rank von alleine. Da schwarzbu.ch technisch sauber geloest ist, werden Spider auch keine Schwierigkeiten haben die Seite zu indizieren.

Dennoch habe ich mit einer gewissen Befriedigung gesehen, das nach weniger als einer Stunde der msn robot und nach einem halben Tag auch der google bot vorbeigesehen haben. Zwar hat noch keiner von beiden Unterseiten abgerufen, aber die Homeseite sollte bald indiziert sein und es wird sich zeigen was weiter passiert.

Nachtrag: Zumindest Google findet die Seiten schonmal interessant genug um nun auch die Unterseiten abzurufen. Dennoch werde ich wohl bald mal alle Links irgendwie realurl beibringen muessen, damit da nicht immer so ein Parametermuesli ensteht.

Von: lolli