In Sachen Videoueberwachung ist England Vorreiter. Zynische Stimmen formulieren, England habe 1984 laengst uebererfuellt. Statistisch wird jeder Londoner 300 mal pro Tag von Kameras erfasst, die Totalueberwachung des oeffentlichen Raums ist mit ueber vier Millionen Kameras besonders in Innenstaedten weit fortgeschritten. Die geschaetzten Kosten liegen irgendwo zwischen 150-300 Millionen Pfund.
Einer der Hauptgruende gegen Videoueberwachung ist seit langem, dass sie Straftaten nicht verhindert, sondern hoechstens, mit viel Glueck, alle sieben Pfingsten, nachher einfacher aufgeklaert werden koennen. Dh: Zussamengeschlagen wird man trotzdem, und wenn Taeter Skimasken tragen, tja, dann kriegt man die halt auch nicht.
Schoen ist aber, wenn man solche Argumente von offizieller Seite bestaetigt bekommt, diesmal von der britischen Polizei direkt. heise berichtet:
Graeme Gerrard, bei der britischen Association of Chief Police Officers (ACPO) für Videoüberwachung zuständig, hat bei einer parlamentarischen Anhörung eingeräumt, dass die in Großbritannien schier jeden Meter in Innenstädten überwachenden Kameras Gewaltverbrechen und spontan begangene Straftaten nicht verhindern.
Was kann man sonst tun? Die Polizei in Deutschland stoehnt unter dem Kostendruck, kann teilweise die Tinte fuer den Drucker nicht mehr bezahlen, oder kann Streifen nicht fahren, weil kein Geld mehr fuer Sprit uebrig ist. Wer lautstark nach mehr Ueberwachung schreit, sollte sich vielleicht erstmal ueberlegen, ob Geld in diesen Bereichen nicht besser angelegt ist, damit unsere Polizei ihren Job machen kann. Polizeipraesenz auf der Strasse und an Brennpunkten ist naemlich tatsaechlich ein Mittel mit dem Straftaten sogar verhindert werden koennen.