October 10, 2008

Die Wanderung der Plastikenten

Zur Abwechslung mal was Lustiges. 1992 ist im Pazifik bei einem Sturm ein Container mit Plastikeinten über Bord gegangen, dessen Inhalt seit Jahren im Meer treibt. Einige tausend Enten werden dieses Jahr an den Küsten von England und Irland antreiben. Für die Wissenschaft ist das eine tolle Studie zu Strömungen im Meer. Quelle

Von: mongo

March 01, 2008

Surveillance-Watch: Kameras gegen Parksünder

Wie erwähnt kann Großbritannien mit den zehntausenden Überwachungskameras in Innenstädten keine Gewalttaten verhindern. Um wenigstens irgendwo Erfolg zu haben, dürfen Kameras nun zur Verteilung von Strafzetteln genutzt werden.

Eine absolute Traumidee zur Refinanzierung: Irgendwie muss ein Bundesschuldenminister die immensen Kosten für die Überwachungsinfrastruktur ja argumentieren können. Ist ungefähr wie eine Payback-Karte: Kaufe 10 Kameras und erhalte 2 Parksünder pro Monat. So spart man sich immerhin die teuren Uniformen für die Politessen. Und es wird sowieso langsam mal Zeit, daß man diesen Schwerverbrechern das Handwerk legt!

Das Konzept ist absolut erweiterungswürdig: Auf der falschen Bürgersteigseite laufen, Kaugummi ausspucken, rote Ampel misachtet, Pass mit Funkchip nich eingesteckt, das sind alles ganz klar terroristische Akte die bestraft gehören. Ich denke wir sollten den Briten da mal einen Katalog mit Vorschlägen zuschicken. Oder besser noch: Auf EU-Ebene als umzusetzendes Gesetz durchkloppen. So können wir einfach das ganze Land als Gefängnis mit Freilauf-Modus behandeln.

Immerhin mal wieder ein tolles Argument gegen "Ich hab doch nix zu verbergen!" Genau dahin führt nämlich Überwachungswahn: Der gemeine Verbrecher wird an absolut gar nichts gehindert, und der stinkeinfache Bürger ist der Leidtragende.

Von: Corvus

February 04, 2008

Briten verlieren erneut Daten

Da hilft der beste Ueberwachungsstaat nix, im Nachgang zu einem der letzten Blogposts von corvus:

Besonders der letzte Fall duerfte dem britischen Geheimdienst wohl recht peinlich sein. Und dabei sollte man doch meinen, das besonders Schlapphuete auf ihre Daten aufpassen koennen. Lustigerweise haben die Briten das Problem erkannt, und moechten das Verlieren von Daten unter Strafe stellen. Liebe Briten: Der beste Weg, Daten nicht zu verlieren ist es, sie gar nicht erst zu erheben. Das sollte auch in Deutschland mal haeufiger hervorgehoben werden: Wennn ich allein an die Gesundheitskarte denke wird mir schon ganz flau im Magen.

Von: lolli

January 20, 2008

Datenschutz in Großbritannien

Nicht nur das es fraglich ist, inwieweit Videoüberwachung Gewalttaten verhindern kann, auch stellt sich mir die Frage, wie mit den Daten, die da so fleißig gesammelt werden, umgegangen wird. Die Briten zeichnen sich ja momentan dadurch aus, dass sie wunderbar vorsichtig mit den Daten ihrer Bürger umgehen:

Für alle die jetzt meinen "und was soll da schon passieren?"

Bitte hier klicken

Und das wo es so schwer und teuer wäre die Daten wenigstens zu verschlüsseln...

Da drängt sich mir doch die Frage auf, wie dann wohl mit "weniger wichtigen" Daten wie zum Beispiel denen von Überwachungskameras umgegangen wird. Aber auch hier sind die Briten ganz weit vorn, so ist es in manchen Stadtteilen möglich, die Nachbarschaft gemütlich vom Sofa aus zu überwachen, und bei Bedarf einfach eine E-Mail an die Polizei zu schicken.

Schöne neue Welt, wir sind schon im Jahr 1985 angekommen, wir brauchen keinen großen Bruder mehr, das machen wir selber, wo kämen wir denn sonst hin.

Vielleicht doch besser nach China auswandern, da empört es noch jemanden wenn Videoaufnahmen aus der U-bahn im Internet landen.

Von: corvus

January 19, 2008

Videoueberwachung verhindert keine Gewalttaten

In Sachen Videoueberwachung ist England Vorreiter. Zynische Stimmen formulieren, England habe 1984 laengst uebererfuellt. Statistisch wird jeder Londoner 300 mal pro Tag von Kameras erfasst, die Totalueberwachung des oeffentlichen Raums ist mit ueber vier Millionen Kameras besonders in Innenstaedten weit fortgeschritten. Die geschaetzten Kosten liegen irgendwo zwischen 150-300 Millionen Pfund.

Einer der Hauptgruende gegen Videoueberwachung ist seit langem, dass sie Straftaten nicht verhindert, sondern hoechstens, mit viel Glueck, alle sieben Pfingsten, nachher einfacher aufgeklaert werden koennen. Dh: Zussamengeschlagen wird man trotzdem, und wenn Taeter Skimasken tragen, tja, dann kriegt man die halt auch nicht.

Schoen ist aber, wenn man solche Argumente von offizieller Seite bestaetigt bekommt, diesmal von der britischen Polizei direkt. heise berichtet:

Graeme Gerrard, bei der britischen Association of Chief Police Officers (ACPO) für Videoüberwachung zuständig, hat bei einer parlamentarischen Anhörung eingeräumt, dass die in Großbritannien schier jeden Meter in Innenstädten überwachenden Kameras Gewaltverbrechen und spontan begangene Straftaten nicht verhindern.

Was kann man sonst tun? Die Polizei in Deutschland stoehnt unter dem Kostendruck, kann teilweise die Tinte fuer den Drucker nicht mehr bezahlen, oder kann Streifen nicht fahren, weil kein Geld mehr fuer Sprit uebrig ist. Wer lautstark nach mehr Ueberwachung schreit, sollte sich vielleicht erstmal ueberlegen, ob Geld in diesen Bereichen nicht besser angelegt ist, damit unsere Polizei ihren Job machen kann. Polizeipraesenz auf der Strasse und an Brennpunkten ist naemlich tatsaechlich ein Mittel mit dem Straftaten sogar verhindert werden koennen.

Von: lolli