February 24, 2008

Virales Versagen

Virales Marketing bedient sich sozialer Netzwerke, um auf Produkte aufmerksam zu machen. Die Idee ist simpel: Ein witzig gemachter Spot, ein lustiges Bild, frei verfügbar ins Netz gestellt, wird von Benutzern betrachtet, weiterverbreitet, verlinkt, kurz: erhält Aufmerksamkeit. Der Inhalt verbreitet sich also virusartig, "viral".

Das hat schon häufig funktioniert: Das von mir kürzlich verlinkte Video zum Mixen eines iPhones ist eine virale Kampagne des Mixerherstellers. Und sie funktioniert. Die Videos bekommen massig Klicks auf Youtube, und wer von den Consumern jemals einen neuen Mixer benötigt, wird sich sicher an diese Firma erinnern. Beispiele gibt es viele, spontan fallen mir die "Wazzzup" Werbung eines Bierherstellers, und auch die Moorhuhn Spiele von Jack Daniels ein.

Viele Kampagnen bedienen sich dabei ähnlicher Mittel:

  • Eine neue Idee, die man so noch nicht gesehen hat
  • Möglichst witzig gemacht
  • Das Produkt selbst steht nicht im Vordergrund
  • Auf Laienhaftigkeit getrimmte Spots

Einige Werbeagenturen haben sich auf diese Art des Marketings spezialisiert, neben dem initialen Werbeprodukt werden Blogs veröffentlicht die das Thema aufgreifen, in Kommentaren wird der Spot (das Bild, Spiel, ...) verlinkt, bei Social Bookmarking Diensten werden gezielt Links gesetzt. Mit allen Mitteln wird das Thema in Suchmaschinen gepusht. Wenn die Agentur erfolgreich ist, greifen Blogger, Medien und die halbe Internetwelt das Thema selbständig auf, und multiplizieren damit die Aufmerksamkeit. Die Manipulationsmöglichkeiten sind dabei enorm: Mindestens große Firmen haben Angestellte, die gezielt Inhalte in Foren / Blogs / Wikis schreiben, um zB. das Image eines Herstellers zu beeinflussen, oder bestimmte Themen online zu halten. Ich bin zB. sicher, das es Hersteller gibt, die gezielt in den Kommentaren von heise spammen. Firmen, Politiker, Staaten, Promis manipulieren gezielt Ihre Artikel bei wikipedia, um unschöne Dinge nicht länger darin dokumentiert zu sehen.

Natürlich kann dieser Schritt auch nach hinten losgehen: Die FDP in Hamburg hat durch eine "auf virales Marketing spezialisierte Agentur" im Rahmen des Wahlkampfes versucht, einen Werbespot Bloggern schmackhaft zu machen: Mit gefakten gmx-Accounts wurde Spam an Blogger versandt nach dem Motto: "Guck Dir das mal an, wäre das nichts für Dein Blog?". Unglücklicherweise hat die Agentur wohl nicht damit gerechnet, das ob des stinklangweiligen Spots Blogger nicht nur nicht verlinken, sondern stattdessen mal hinterher recherchieren. Die FDP hat damit schön tief ins Klo gegriffen, und sich so noch viel unseriöser und dilletantischer gemacht, als sie sowieso schon ist. Anstatt mal knallharte Themen wie Privatssphäre, Datenschutz, soziale Probleme oder ähnliches aufzugreifen, und damit vielleicht tatsächlich mal ein paar Wählerstimmen zu holen, beschränkt sie sich lieber auf so einen Schwachsinn.

Naja, die Internetcommunity hat das Video dann doch aufgegriffen, und durch eine neue Synchronisation den Werbespot doch noch zu einem viralen Erfolg gemacht. Vielleicht nur nicht mehr ganz im Sinne der FDP:

Update: Die FDP hat das Video von youtube entfernen lassen. Die verstehen auch gar keinen Spaß. Vielleicht ist die Partei ja etwas angefressen, weil sie im Gegensatz zu den Linken die 5% Hürde nicht gepackt hat. Das Video hatte in den paar Tagen über 18.000 Downloads.

Von: lolli

February 15, 2008

iPhone Verwertung

Die Lösung für alle iPhone Probleme :)

Mehr gibt es unter www.willitblend.com, getestet werden auch iPod und Chuck Norris!!!!11!!einself

Von: lolli

February 12, 2008

Internetzensur Reloaded

In ungregelmäßigen Abständen versuchen Staaten immer wieder bestimmte unerwünschte Inhalte aus dem Internet zu entfernen, oder zumindest den Zugriff zu beschränken. China ist dabei ganz groß und sperrt den Zugriff auf große Teile des Netzes. Auch in Europa gibt es immer wieder Fälle, eine kleine Auswahl:

  • Arcor sperrt (zeitweise) Zugriff auf YouPorn.
  • NRW ordnet Sperrung rechtsradikaler Seiten an
  • Dänische Provider sperren AllofMP3

Alle diese Zensurmaßnahmen haben erstens fragwürdigen Hintergrund, und sind allesamt technisch einfach zu umgehen. Wer also ein verstärktes Interesse zum Beispiel am Besuch eines rechtsradikalen Forums hat, wird es auch schaffen. Technisch ist es im Netz nämlich praktisch nicht möglich Zugriffe zu sperren, es sei denn, man kickt den Server, der die Inhalte ausliefert, komplett aus dem Netz. Und das ist nicht immerg ganz einfach, insbesondere wenn so eine Maschine in Timbuktu steht.

Aktelles Beispiel ist thepiratebay.org: Der dänische Provider Tele2 Denmark wird per Order de Mufti dazu gezwungen den Zugriff auf diesen Bittorrent Tracker zu sperren. Es dauert keine zwei Tage, bis thepiratebay.org eine für Doofe verständliche Anleitung für Tele2 Nutzer veröffentlicht, wie man das umgehen kann. Fazit: The Pirate Bay ist wieder in den Medien, die Anweisung ist nichts weiter als Werbung für den Dienst.

Von: lolli

February 08, 2008

Abmahnung

Eine Abmahnung ist die formale Aufforderung einer Person an eine andere Person, ein bestimmtes Verhalten künftig zu unterlassen.

Die dabei anfallenden Kosten muss der Abgemahnte tragen.

Das Magazin "PlusMinus" berichtet in seiner Sendung vom 5.2.2008 über „Abzocke im Internet“. Kurz zusammengefasst: Die Betreiber einer Onlinerezeptsammlung bebildern ihre Rezepte und Zutaten, und sorgen dafür, dass sie bei der Googlebildersuche als erste gefunden werden. Internetnutzer, die diese Bilder anderweitig veröffentlichen werden wegen Urheberrechtsverletzung abgemahnt.

Die TOP4 Zitate des Artikels:

Sascha Kremer sieht das Geschäft von Knieper so: „Was er macht, ist Fotos zu gestalten, ins Internet zu stellen und alles dafür zu tun, dass diese Fotos verbreitet werden. Als Angler würde man sagen: Er legt Köder aus für die Internetnutzer und sammelt nachher die Fische ein, indem er ihnen Abmahnungen zuschickt.

So schätzt man, wurden bisher schon Hunderte von anderen Internet-Nutzern abgemahnt.

Vor Gericht haben die Betroffenen kaum eine Chance. Die meisten Richter schauen nämlich nicht danach, wie ein möglicher Irrtum zustande kam.

Kniepers weltweite Bilderverteilung bringen ihm und seinen Anwälten reichlich Geld. Hunderttausende, so schätzt man.

Als Sahnehäubchen sei hier erwähnt, daß ein Blogger wegen der Veröffentlichung eines Standbildes aus dem Filmbeitrag der ARD eine Abmahnung erhielt. Und zwar nicht von der ARD, sondern von besagtem Webseitenbetreiber.

Das Abmahnwesen ist in Deutschland längst zum Kreuz geworden. Endlich mal eine sinnvolle Herausforderung für Gesetzgeber: Er sollte da Abhilfe schaffen. Solche Perversitäten zeigen eindeutig, daß hier dringend Grenzen geschaffen werden müssen. Es ist eine Sache, wenn Urheberrecht verletzt wird, aber es ist ebenfalls ein Problem, wenn Personen aus Abmahnungen ein Geschäftsmodell entwickeln, und die dadurch erzielten Gewinne in keinem Verhältnis mehr zum Produkt stehen.

Weitere Informationen zur Abmahnung hier.

Von: corvus

February 06, 2008

Frozen Grand Central

Crowd hacking. Sehr coole Idee wie ich finde. Mehr gibt es auf www.improveverywhere.com.


Von: lolli

February 06, 2008

Bubble 2.0

Mal wieder ein kleines Video zur Auflockerung fuer zwischendurch. Zugegeben, nicht mehr brandneu, bereits zigmal verlinkt, aber dennoch lustig und so schoen aktuell: Gerade kloppen sich google und Microsoft, da Letztere schlappe 45 Milliarden (!) US-Dollar fuer Yahoo geboten haben.

Realitaetsabgleich: In richtigem Geld sind das zur Zeit so 30 Milliarden Euronen, und das entspricht in der Groessenordnung der Landesverschuldung von Hessen (32,8 Mrd), und dem Steueraufkommen durch die  Gewerbesteuer in Deutschland fuer Bund und Laender (2005: 28 Mrd).


Von: lolli

February 05, 2008

Volkssport Download

Die Geschichte ist nicht neu: Die Musikindustrie verkauft immer weniger Platten, das Indernett mit der ganzen "neuen" Technik sei dran schuld. Das Geschrei ist gross, mit allen Mitteln versucht die Contentmafia den laengst verlorenen Kampf auf rechtlichem Weg doch noch zu meistern.

Gerne linke ich an dieser Stelle auf den (laenglichen und bereits einige Jahre alten) Artikel von Janis Ian, analysierend aus Sicht einer Kuenstlerin. Noch immer lesenswert und aktuell: Die Musikindustrie ist noch keinen Schritt weiter. Stattdessen werden nach Ewigkeiten voellig kranke Marktmodelle entwickelt, waehrend andere Unternehmen wie Apple den Rang ablaufen.

Polylux hat in der letzten Sendung eine schoene Zusammenfassung, und fragt: Ist die Musikindustrie am Ende? Meine Antwort: Hoffentlich bald, wird langsam echt Zeit. Ihr haettet vor 10 Jahren mit nem anstaendigen Marktmodel echt rocken koennen, jetzt ist zu spaet. Und ja, auch schon zu Zeiten von napster haette Euch die Lage klar sein muessen. Bands wie Radiohead machen ihren eigenen Kram und verdienen sich unter Umgehung der Mittelsmaenner dabei (zurecht) dumm und daemlich, ohne das Ihr noch was davon abkriegt.

Ach, man koennte soviel dazu schreiben. Die Musikindustrie ist dabei in meinen Augen noch ein Stueck Vorreiter der Filmindustrie: Dort passiert exakt dasselbe, nur die Datenmengen sind halt etwas groesser. Dennoch kann der Normalo-User locker in wenigen Stunden aktuelle Filme aus dem Netz ziehen, und die hochaufloesend auf der eigenen Monsterglotze wiedergeben, waehrend an den Kinokassen die Euronen nicht mehr reinkommen. Reaktion der Filmindustrie: "Na, dann lasst und doch einfach die Downloader verklagen." Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Von: lolli

December 22, 2007

Google war da

Diese Site ist als neue Domain total unbefleckt online gegangen.

Heute mittag habe ich mir die Muehe gemacht und schwarzbu.ch bei Suchmaschinen angemeldet. Dabei hat sich gezeigt, das nur google und msn ueberhaupt noch die Submission einer neuen Adresse ohne Entgelt zulassen (wenn ich nur die Wichtigsten betrachte). Von meiner alten Domain habe ich eine Weiterleitung auf schwarzbu.ch konfiguriert, einige der alten Inhalte uebertragen und auf versteckten Seiten eingestellt (durch die siteinterne Suche zugaenglich).

Jede Menge Suchmaschinen wie yahoo, altavista, excite und co. benoetigen einen teilweise sogar kostenpflichtigen Login zum Eintragen neuer Sites. Weder die Sache mit dem Account, noch das mit der Bezahlung passt mir dabei. Wahrscheinlich denken so auch noch ein paar andere Sitebetreiber. Kein Wunder also, das kein Schwein die haben will und alle google nutzen. Ich bin nicht total SEO geil, wie andere Teile des Internets. Wenn die Inhalte stimmen, und dadurch auch der ein- oder andere Link von anderen Sites im gleichen Themenfeld kommt, ergibt sich ein guter Page Rank von alleine. Da schwarzbu.ch technisch sauber geloest ist, werden Spider auch keine Schwierigkeiten haben die Seite zu indizieren.

Dennoch habe ich mit einer gewissen Befriedigung gesehen, das nach weniger als einer Stunde der msn robot und nach einem halben Tag auch der google bot vorbeigesehen haben. Zwar hat noch keiner von beiden Unterseiten abgerufen, aber die Homeseite sollte bald indiziert sein und es wird sich zeigen was weiter passiert.

Nachtrag: Zumindest Google findet die Seiten schonmal interessant genug um nun auch die Unterseiten abzurufen. Dennoch werde ich wohl bald mal alle Links irgendwie realurl beibringen muessen, damit da nicht immer so ein Parametermuesli ensteht.

Von: lolli

December 21, 2007

Sheos

Tanzstueck meines Freunds Max. Vor ein paar Wochen durfte ich das Stueck bereits auf der Buehne sehen, heute hatte ich genug Musse die Youtube Version zu betrachten. Gierig warte ich noch auf eine Onlineversion von "Paul geht", ebenfalls Choreographie und Schnitt von Max Pothmann. Einige Impressionen seiner Tanzausbildung an der Essener Folkwang finden sich ebenfalls auf Youtube.


Von: lolli

December 21, 2007

Online-Demo zur Vorratsdatenspeicherung

Ein wenig Flagge zeigen zum Thema Vorratsdatenspeicherung. Darum musste ich mich unbedingt noch kuemmern. Nur ganz kurz fuer Leute, denen das Thema vielleicht immernoch neu ist, wir kommen jetzt in die heisse Phase (noch 11 Tage bis zur Vollueberwachung der gesamten Bevoelkerung):

Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden möglich.

Fuer diese Website habe ich mich fuer die Ecke oben rechts entschieden. Die ist naemlich noch vergleichsweise harmlos, erzeugt ein bissel Kirmes auf der Seite und greift einzelne Personen nicht persoenlich an. Das Angebot an Bannern, Flyern und allem moeglichen anderen Kram ist inzwischen ueberwaeltingend gross. Fuer jeden sollte etwas passendes dabei sein um an verschiedensten Stellen Aufmerksamkeit fuer das Thema zu erreichen. Den Spruch "Ich weiss, mit wem Du letzten Sommer telefoniert hast" halte ich noch immer fuer sehr griffig und schoen treffend. Wirklich nett ist auch "Schäuble is watching you!", der Kopf unseres Innenministers, per Javascript immer mal auf der Seite eingeblendet, um zu sehen, ob alles noch in Ordnung ist .

Der Text hinter dem Klick auf die Ecke ist uebrigens wirklich gut gelungen: Knackig, kurz, praegnant. Wer noch Munition zur Diskussion benoetigt kann hier gut auftanken. Die Verfassungsbeschwerde haben uebrigens inzwischen 25.000 Buerger unterschrieben, das sprengt alle Rekorde. Wirklich traurig, das wir zu diesem Schritt gezwungen werden.

Von: lolli


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