Von: lolli

Zahlen zum Linux Kernel

Während ein komplettes Linux System aus tausenden Softwarepaketen wie Oberfläche, Browser, Office Suite oder Serverdiensten besteht, ist das eigentliche Herzstück der Linux Kernel. Dieser kümmert sich um Dinge wie die Kommunikation mit der Hardware, die Verteilung von Rechenzeit auf Programme, Netzwerke und die Ablage von Daten auf der Festplatte. Den eigentlichen Anwendungsprogrammen stellt er dazu Schnittstellen bereit, über die sie -unabhängig von der konkreten Hardware- Dateien öffen, Netzwerkkommunikation durchführen, Rechenzeit anfordern und vieles mehr durchführen können.

Der Kernel ist also aus Sicht von Anwendungen eine Abstraktionsebene. Ein Programm, das zum Beispiel ein Fenster darstellen möchte, muss sich so nicht direkt mit der speziellen Grafikkarte eines Systems rumschlagen, sondern kann über eine standardistierte Schnittstelle die Darstellung anfordern. Der Kernel kennt die jeweilige Hardware und vermittelt zwischen Anwendung und Hardware.

Der Linux Kernel ist das bekannteste Open Source Projekt überhaupt. Vielen Open Soure Projekte hängt aber der Ruf nach, Bastlersoftware von Laien zu sein, die von einer handvoll nicht- oder schlechtbezahlter Programmierer unproffessionell entwickelt und nicht nachhaltig gepflegt wird. Schön ist es daher, wenn Studien ab- und an mit solchen Vorurteilen aufräumen. Ein Beispiel ist die jüngste Studie der Linux Foundation:

  • Pro Tag kommen etwa 3600 Zeilen zum Kernel hinzu, 1500 werden entfernt und 1400 verändert.
  • Im Schnitt wird alle 80 Tage eine neue stabile Version veröffentlicht.
  • Seit 2005 hat sich die aktive Entwicklergemeinde auf rund 1000 verdreifacht, der Linux Kernel ist damit das größte verteilte Softwareprojekt der Welt.
  • 70 bis 95 Prozent der Entwickler führen die Arbeit hauptberuflich durch und werden dafür bezahlt, bei über 100 Firmen, darunter IBM, Intel, Red Hat und Novell.
  • Pro Jahr wächst die Codebasis des Projekts um 10%.
  • Der Linux Kernel verfügt über die mit Abstand breiteste Hardwareunterstützung aller Betriebssysteme am Markt, Kernelentwickler haben Schwierigkeiten überhaupt noch Hardware zu finden die nicht unterstützt wird.


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