Von: corvus

arte Reportage zu Monsanto

Eine sehenswerte Reportage über den Konzern Monsanto lief gestern auf arte. Die Reportage zeigt, wie der weltweit agierende Konzern gentechnisch verändertes Saatgut und dazu passende Pestizide verkauft. Zitat aus der Doku:

Monsanto ist ein internationales Unternehmen, das in der ganzen Welt vertreten ist. Sein Ziel ist es, die gesamte Nahrungsmittelproduktion in der Welt zu kontrollieren.

Es wird deutlich, mit welchen Mitteln Monsanto vorgeht und welche Konsequenzen das hat.

Das fängt an bei indischen Baumwollbauern, die nur noch gentechnisch verändertes und viermal so teures Saatgut kaufen können. Es gibt kein anderes Angebot mehr, da Monsanto nach jahrelangem Aufkauf von Saatgutherstellern praktisch Monopolist ist. Vertraglich sind die Bauern zum Stillhalten verpflichtet und dürfen die eigene Ernte nicht erneut als Saatgut verwenden. Bei einer schlechten Ernte müssen sich die Bauern so sehr verschulden, dass sie oft nur noch den Selbstmord als Ausweg sehen.

Da sind die Opfer von Agent Orange (ein im Vietnamkrieg taktisch eingesetztes Entlaubungsgift), die bis heute nicht entschädigt wurden. Der Konzern bestreitet, dass sein Produkt Schaden anrichtet, obwohl die Wirkungen bis heute in Vietnam sichtbar sind.

Da sind Maisbauern in Mexiko, die durch eine Verunreinigung ihres Maises durch gentechnisch veränderten Mais bedroht sind. Diese Situation ist in Deutschland übrigens auch akut, da Anbauflächen von Biobauern durch die natürliche Übertragung von Saatgut aus Fremdfeldern bedroht sind.

Die Patentrechte auf die genetischen Errungenschaften setzt das Unternehmen rigoros durch und baut dadurch den Marktanteil weiter aus. Mit Patenten auf Genen (!).

Das waren nur einige Beispiele. Die Reportage ist bei arte +7 noch bis zum 18. März online abrufbar. Eine sehr gruselige Sicht auf die Situation im perfekt globalisierten Lebensmittelweltmarkt.



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